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Britten: War Requiem (Berlin)

Dienstag, 10. April 2018, 20 Uhr
Philharmonie Berlin

Bach-Verein Köln und Bundesjugendorchester
in Kooperation mit dem Deutschen Musikrat und weiteren Partnern
Auf Einladung der Berliner Philharmoniker


Benjamin Britten (1913–1976): »War Requiem«
für Soli, großen Chor, Kinderchor, großes Orchester und Kammerorchester (UA 1962)

Banu Böke (Türkei / Deutschland), Sopran
James Gilchrist (England), Tenor
Erik Sohn (Deutschland), Bariton

Coventry Cathedral Girls’ Choir (England)
Kerry Beaumont, Einstudierung

Polski Narodowy Chór Mlodziezowy (Polnischer Nationaljugendchor)
Agnieszka Franków-Żelazny, Einstudierung

Chor des Bach-Vereins Köln

Mitglieder des Orchestre Français des Jeunes (Frankreich)
Daniel Spaw (USA), Dirigent

Bundesjugendorchester – Nationales Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland
Thomas Neuhoff, Dirigent

Konzerteinführung um 19 Uhr

Dieses Konzert wird live (kostenlos) in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker übertragen.

Karten zu € 32,- /24,- /16,- /8,- über www.berliner-philharmoniker.de (Fon 030/254 88-999) sowie an der Abendkasse
Im Vorverkauf ab Sonntag, 03.12.2017

War Requiem: Ewig ruhe der Krieg!

Ein internationales und generationenübergreifendes Musikprojekt zum Anti-Kriegsoratorium »War Requiem« von Benjamin Britten

In der letzten Zeit werden Werte, die in der mitteleuropäischen Gesellschaft lange Konsens zu sein schienen, zunehmend infrage gestellt. Nationalismus und Ressentiments haben wieder Hochkonjunktur. Vieles, was einer Generation in Mitteleuropa, die nie Krieg selbst erlebt hat, als selbstverständlich erschien, wird nun wieder in Zweifel gezogen, bis hin zu Grundpfeilern der Zivilisation wie Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.
Benjamin Brittens 1961/62 entstandenes »War Requiem« fordert Ausführende wie Zuhörer auf, sich mit den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Es erinnert daran, wie vor 100 Jahren in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges eine ganze Generation junger Männer leiden und sterben musste und wie nur wenig später im verheerendsten Krieg aller Zeiten 50 Millionen Tote beklagt werden mussten.

Erinnerung an die Vierte Flandernschlacht am 9. April 1918

Das Bundesjugendorchester, »Deutschlands jüngstes Spitzenorchester« und vielfach als Kulturbotschafter der Bundesrepublik Deutschland in ganz Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika unterwegs, will gemeinsam mit dem Bach-Verein Köln im April 2018 Menschen aller Generationen zu einer über das rein Musikalische hinausgehenden Auseinandersetzung anregen. Das Projekt »War Requiem: Ewig ruhe der Krieg!« erinnert u. a. an die »Vierte Flandernschlacht«, die am 9. April 1918 mit dem »Georgette-Angriff« der deutschen Armee bei Armentières begann und in deren Verlauf 76.300 Briten, 35.000 Franzosen und 109.300 Deutsche ihr Leben ließen.

Die den Opfern der beiden Weltkriege gewidmete Totenmesse des leidenschaftlichen Pazifisten Benjamin Britten hat durch die Verknüpfung des traditionellen Requiem-Texts mit neun »War Poems« des im ersten Weltkrieg ums Leben gekommenen englischen Dichters Wilfred Owen eine unvergleichliche Tiefendimension und emotionale Wirkung.

Pädagogische Projekte, Ausstellungen u.v.m.

Konzerte in der Kölner und der Berliner Philharmonie sowie im Nationalen Forum für Musik (Narodowe Forum Muzyki) in Wrocław (Breslau) in Polen sollen genau 100 Jahre nach diesen Ereignissen in umfangreiche pädagogische Projekte, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen vor Ort eingebunden werden und damit die künstlerische und literarische Ebene mit der geschichtlichen, ethischen, philosophischen und theologischen verbinden – und nicht zuletzt auch mit der sprachlichen: Die Ausführenden kommen, ganz im Sinne des Komponisten, aus verschiedenen Ländern, die seinerzeit verfeindet waren (Deutschland, England, Frankreich, USA), aber auch aus Teilen der Welt, die aktuell in Kriege verwickelt sind, darunter Flüchtlinge aus dem Nahen Osten im Kinderprojektchor. Brittens Komposition impliziert das musikalische Miteinander geradezu: Unterschiedliche Klangkörper, großes Orchester und großer Chor, Kammerorchester und Kinderchor sowie drei Solisten und zwei Dirigenten finden am Ende zu einem hoffnungsvollen Ganzen und mahnen: Ewig ruhe der Krieg!

So legt der Bach-Verein Köln bei diesem Projekt besonderes Augenmerk auf die aktive Einbindung von jungen Menschen aus ganz Europa, die dem Kriegserleben ihrer Groß- und Urgroßeltern nachspüren werden. Die Begegnung von jungen Leuten unterschiedlicher Nationalität und politisch-kultureller Prägung, die kollektive Beschäftigung mit einem der dunkelsten Kapitel der Weltgeschichte sowie das gemeinsame Musizieren werden zweifellos einen wesentlichen und nachhaltigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten können.