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Monteverdis sanfte Revolution 1610

Sonntag, 7. Oktober 2018, 17 Uhr
Trinitatiskirche Köln
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Monteverdis sanfte Revolution 1610 – Vom alten zum neuen Stil
Gesprächskonzert mit Ausschnitten aus der "Missa in illo tempore" und der "Marienvesper" von Claudio Monteverdi

Vokalsolisten und Kammerchor des Bach-Vereins Köln
Christoph Anselm Noll, Orgel
Thomas Neuhoff, Moderation und Leitung

Karten zu € 12,-/ 6,- (erm.) an allen bekannten Vorverkaufsstellen, über www.kvs-tickets.de
Im Vorverkauf ab 7. August 2018

Einen raffinierteren Schachzug hätte Claudio Monteverdi kaum machen können, als er 1610 seine Papst Paul V. gewidmete "Marienvesper" zusammen mit der "Missa in illo tempore" veröffentlichte: Letztere, die ganz im traditionellen Kompositionsstil der Renaissance-Zeit gehalten war, stellte er der eher beiläufig erwähnten "mehrstimmigen Vesper mit mancherlei Gesängen" voran. Der gebürtige Cremoneser brachte die Druckausgabe höchstselbst nach Rom und lieferte damit den konservativen Kirchenoberen des Vatikans, die den modernen musikalischen Entwicklungen äußerst kritisch gegenüberstanden, demonstrativ den Beweis seine Meisterschaft in der Beherrschung des alten Stils ("prima pratica"). Die Missa diente ihm so gleichzeitig als Deckmantel für das andere, höchst innovative Werk: Denn in der zugleich veröffentlichten "Marienvesper" ließ er einem neuen, von ihm selbst als "seconda pratica" bezeichneten Musikstil freien Lauf. Durch die einzigartige Synthese von Altem und Neuem, traditioneller Cantus-firmus-Technik der Vokalpolyphonie und konzertierendem dramatischem Stil, gelang dem "Vater der modernen Musik" auf diese Weise der revolutionäre Spagat zwischen Tradition und Fortschritt.

Das Gesprächskonzert dokumentiert anhand zahlreicher Musikbeispiele aus beiden Werken Monteverdis sanfte Revolution von der "prima pratica" zur "seconda pratica".